Qt für Mobilgeräte – unter diesem Motto hätten die Qt Developer Days 2010 in München laufen können. Das ist bei dem Besitzer von Qt auch nicht weiter verwunderlich, ist doch Nokia ein nicht ganz unbekannter Hersteller.
Ziel von Nokia ist es, Qt als Basis für alle seine Mobilgeräte einzuführen. Das bisher eingesetzte Betriebssystem Symbian bleibt zwar weiterhin erhalten, Qt als plattformunabhängige Schicht setzt darauf auf und versteckt aber die teilweise etwas schwierigen symbian-spezifischen Eigenheiten; bei Bedarf kann der Entwickler aber weiterhin Qt umgehen und direkt Symbian programmieren. So wurde der Eindruck erweckt, daß nicht nur die aktuellen und zukünftigen Geräte mit Qt/Symbian ausgestattet werden, sondern daß auch alle älteren Modelle mit Qt nachgerüstet werden können. Tatsächlich wird dies aber teilweise einfach an den gegebenen technischen Voraussetzungen scheitern – ältere Geräte haben schlicht zu wenig Speicher, um eine Installation von Qt zu verkraften.
Auch als Zeichen der besseren Unterstützung von Mobilgeräten dürften die Anstrengungen sein, die in die neueste Version 4.7 von Qt geflossen sind. An erster Stelle stand die Performance-Optimierung des bestehenden Codes. Desweiteren gibt es Bestrebungen, spezifische Eigenschaften von Mobilgeräten mit einer eigenen Klasse zu unterstützen. So finden sich dort häufig verschiedene Sensoren wie Lage- Beschleunigungs- oder Lichtsensoren, ebenfalls sind GPS-Empfänger und Batterien Komponenten, wie man sie in Desktop-PCs eher selten antrifft.
Anmerkung: Diese wurden bisher von Qt schlecht bis gar nicht unterstützt, was sich in den nächsten Versionen ändern wird, und auch in 4.7 schon weitgehend umgesetzt wurde. Leider ist die Unterstützung von Telefonie in den Geräten durch Qt noch nicht absehbar.
Eine neue Komponente in der Entwicklung für Qt wurde durch Nokia eingeführt und auf den Developer Days auch deutlich beworben: QML. Mit dieser Sprache läßt sich in einfacher Weise eine grafische Oberfläche definieren. Mit den offensichtlich sehr mächtigen Möglichkeiten sind nicht nur statische Beschreibungen möglich, sondern es lassen sich auch dynamische Abhängigkeiten der UI-Komponenten untereinander festlegen. Als weiteres Feature sind auch recht komplexe Animationen einfach zu beschreiben. Beispielsweise wurden mit wenigen Zeilen eine dreidimensionale, scrollbare Ansicht von Plattencovern als QML-Datei aufgezeigt. In einer QML-Datei können Javascript-Ausdrücke verwendet werden, das zu der genannten Flexibilität führt. Daß auch QML durchaus brauchbar, aber immer noch in den Kinderschuhen steckt, wurde dadurch deutlich, daß die ganzen Widgets, mit denen Qt seinen Erfolg erzielt hat, durch QML noch gar nicht unterstützt werden; stattdessen müssen alle Elemente zur Interaktion von Hand definiert werden. Auf der anderen Seite zielt QML offensichtlich auf die Mobilgeräte ab, die sich dadurch auszeichnen, gerade keine Standard Benutzerelemente zu verwenden und zudem animationsdurchtränkt sind. Insofern ist das Fehlen der Unterstützung von Standard-Widgets kein richtig großes Manko.
Mobilgeräte im Fokus der Developer Days 2010, das war auch an den Sponsoren zu sehen, die dort ihre Stände hatten. Die meisten von ihnen lagen mit ihrem Schwerpunkt ebenfalls auf Mobilität…























Oktober 14th, 2010 at 14:30
na dann mal ran mein guter..zeig was du aus qml oder qt rausholen kannst!