Test: UMTS statt DSL mit Huawei E5 und E1750

Beitrag vom 11 Juli 2010 von Chris Lietze

Ein Monat ist vorbei, anfangs mit dem USB-Stick Huawei E1750, ist Mitte Juni der 3G-WLAN-Router Huawei E5 dazugekommen.

Ein bißchen ärgere ich mich allerdings, dass mein Test genau mit dem Netzausbau zusammen fiel. Ich bin seit Jahren bei “meinem” Mobilfunkanbieter und hatte noch nie ernsthafte Probleme, aber ausgerechnet im Juni gab es bei o2 so manche Baustellen, so dass ich sogar einige Tage mehr oder weniger offline lebte :)

UMTS-Surfstick Huawei E1750

Ändert aber nichts an der Hardware. Der Surfstick von o2, eigentlich ein Huawei E1750, schafft bis zu 7,2 Mbit/s im Download. Meines Wissens ist das aber nur in München erreichbar. In Berlin bleibts vorerst bei 3,6 Mbit/s. Die sind jedoch immer verfügbar mit dem Stick. Teilweise zeigten Speedtest – die aber nur als Richtwert gelten sollten – bis zu 3,9 Mbit/s. “Vergleichsmessungen” mit dem Handy ergaben ähnlich hohe Werte.

Die Installation ist mehr als easy, die auf dem Stick abgelegte Software übersichtlich, aber nicht in allen Punkten durchdacht. Es ist ja schließlich ein mobiler Stick, somit nutzt man ihn evtl an mehreren Rechnern. Die ganzen Statistiken (Traffic, Zeit, etc) werden im Installationsverzeichnis des jeweiligen Rechners abgelegt und ggf aktualisiert. Man kann also schon mal den Überblick verlieren, wieviel vom Traffic (z.B. 200 MB oder 5 GB) schon “verbraucht” wurden. Das kann man besser lösen, indem die Werte auf dem Stick selbst abgespeichert werden, für jede im Monat genutzte SIM ein extra Verzeichnis. Vielleicht kann es o2 ja mal an Huawei weitergeben …

Ein Surfstick wie der E1750 hat aber letztendlich mehr Vor- als Nachteile.

Pro

  • einfache Installation
  • schnelle Verbindung mit HSDPA und HSUPA, bzw EDGE
  • microSD(HC)-Slot für bis zu 32 GB

Contra

  • Verbindungsdaten werden nicht auf dem Stick, sondern auf jedem genutzten PC gespeichert, somit liefert die Software keine brauchbare Übersicht über bereits erreichtem Traffic.

UMTS-Sticks kosten ohne Vertrag ca 50-70 Euro. Ich habe über o2 my Handy inkl Versand 66 Euro bezahlt. Es gibt auch Sticks für ca 20 Euro oder noch weniger, aber man sollte unterscheiden zwischen Prepaid und Postpaid. In einem Prepaid-UMTS-Stick kann auch nur Prepaidkarten des jeweiligen Anbieters nutzen. Auch bei o2 ist es nicht anders. Wer also eine Flatrate mit 5 GB mit seiner o2-Handy-SIM nutzt und einen Prepaid-Stick von o2 kauft, kann diese darin nicht nutzen!

3G-WLAN-Router Huawei E5

Ursprünglich wollte ich mir eh den E5 kaufen, aber zum Testbeginn war er nicht verfügbar, also bestellte ich mir den Surfstick. Mitten im Test gab es dann den E5 und o2 Business stellte mir sofort ein E5 zur Verfügung. Danke nochmal an dieser Stelle. o2 bietet den Huawei E5 für 129 Euro an. Wenn man die Vorteile ggü einem Stick betrachtet, ist der Preis in Ordnung.

Der E5 hat zwei entscheidende  Vorteile, WLAN und einen Akku. Der Huawei E5 kann mittels beiliegendem Y-Kabel per USB genutzt und auch geladen werden. Man kann ihn aber auch unterwegs nutzen, dafür ist ja der Akku schließlich da. Im Test hielt der Akku mindestens 4 Stunden 10 Minuten durch. Bei optimalen Empfang im Freien waren es sogar knapp 5 Stunden 30 Minuten. Zumindest im UMTS-Modus und mit aktiviertem WLAN. Nutzt man GPRS und EDGE, sollte noch mehr möglich sein

Bis zu fünf Geräte – egal ob Handy, Notebook, PC, Drucker, Spielekonsole oder TV –  können über den E5 aufs Internet zugreifen. Auch der Huawei E5 schafft 3,6 Mbit/s im Download. Und wie auch der Surfstick hat der E5 einen microSD(HC)-Slot. Den Speicher kann man wahlweise über USB als normalen Massenspeicher nutzen oder im WLAN freigeben, so dass jeder Client im Netzwerk zugreifen kann.

Die Software bzw das Webinterface des E5 ist an sich sehr umfangreich und trotzdem übersichtlich. Man natürlich die Verschlüsselung konfigurieren oder eine DMZ einrichten. Auch virtuelle Server und individuelle Portfreigaben sind möglich.

Jedoch übernimmt der Stick nicht alle eingegebenen Änderungen, bzw nutzt sie nicht. Eigene DNS-Server z.B. wollte der E5 partout nicht nutzen, nahm immer wieder den Weg über o2. Zugegeben, sind für manche Kleinigkeiten, aber wenn die Software etwas anbietet, sollte es auch nutzbar sein.

Die Vor- und Nachteile des Huawei E5 im Überblick.

Pro

  • HSPA für schnelle Down- und Uploads, EDGE für das GSM-Netz
  • micro-SD(HC)-Slot, wahlweise über USB oder Webzugriff nutzbar
  • WLAN-AccessPoint für bis zu fünf Geräte
  • 1500mAh Akku für mobile Nutzung
  • miniUSB-Anschluss zum Laden des Akkus (Y-Kabel liegt bei)
  • wahlweise automatische oder manuelle Einwahl beim Einschalten des E5

Contra

  • Änderungen (DNS-Server, APN, etc) werden im Webinterface angezeigt, aber nicht übernommen
  • Verbindungswerte (Traffic, Zeit) werden ebenfalls nur auf dem Rechner gespeichert

Schon wenige Tage nach Erhalts des Huawei E5 will ich nicht mehr ohne. Einschalten, fertig. Noch einfacher ist nur ein internes Modem.

Fazit

Wer nur wenig surft oder viel unterwegs ist, braucht kein DSL. UMTS ist zumindest mit HSPA eine gute Alternative zu DSL. Der Download von zur Zeit “nur” 3,6 Mbit/s ist meist ausreichend, nur Youtube macht bei HD-Videos keinen Spaß. Ansonsten gibt es kaum sichtbare Unterschiede zu DSL. Ok, Zocker sind bei einem Ping jenseits der 200 ms außen vor.

Anfang Juni waren bei o2 noch über 3 Mbit/s im Upload verfügbar, nach den ganzen Störungen sind es leider nur noch ein Mbit/s. Mit drei Mbit/s sind Uploads bei Youtube eine Kleinigkeit, auch das Versenden von eMails mit großem Anhang sind sehr schnell unterwegs.

Wer wirklich komplett ohne DSL leben möchte, sollte zumindest eine PrePaid-SIM für ein anderes Netz zur Seite legen, nur für den Notfall. 5 GB Traffic für ca 20-25 Euro reichen vollkommen aus, sofern man es in Sachen Videos nicht übertreibt. Selbst mit zwei Handys und drei Rechnern kam ich nur knapp über das Limit, auf 5,7 GB. Trotz Youtube und einem Ubuntu-Image …

Bookmark/FavoritesEmailGoogle GmailEvernoteRead It LaterTumblrWordPressBlogger PostShare
<>Kommentare (6) a

4 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. HardWorkingBee Says:

    Test: UMTS statt DSL mit Huawei E5 und E1750 http://www.hardworkingbee.com/2010/07/11...

  2. primaklimas Says:

    RT @HardWorkingBee: Test: UMTS statt DSL mit Huawei E5 und E1750 http://www.hardworkingbee.com/2010/07/11...

  3. PeterG Says:

    Bei den Überlegungen zum Geschwindigkeitsvergleich sollte man allerdings den tatsächlichen Netzausbau nicht vergessen. O2 liefert z. B. hier im weiten Umkreis bestenfalls Edge; da ist die Geschwindigkeit also nicht mal im Ansatz mit DSL vergleichbar. Mobil ist der E5 natürlich eine gute Sache, aber ein Vergleich mit DSL setzt eine nur in Ballungsgebieten und auch dort nicht immer verfügbare Bandbreite per HSDPA/HSUPA voraus…

  4. CaB Says:

    Klar, mit Edge macht Surfen nur wenig Spass – liegt aber nicht an o2. Bei den anderen Providern ist es nicht anders.

    Surfsticks und Router gibt es auch bei tmobile und vodafone. Und dass man vorher prueft, ob man ueberhaupt ein Netz hat, ist ja wohl auch klar …

2 Trackbacks für diesen Beitrag

  1. Tweets that mention Test: UMTS statt DSL mit Huawei E5 und E1750 | HardWorkingBee.com ... (P)Reviews, Augmented Reality & more ... -- Topsy.com Sagte:

    [...] This post was mentioned on Twitter by prima klima. prima klima said: RT @HardWorkingBee: Test: UMTS statt DSL mit Huawei E5 und E1750 http://bit.ly/d6Azie [...]

  2. HSPA war gestern, ab heute nur noch LTE | HardWorkingBee.com ... p/reviews, augmented reality & more ... Sagte:

    [...] surfe privat ausnahmslos über 3G. Meine Erfahrungen mit dem Huawei E5 habe ich bereits gepostet (Testbericht) und seitdem nutze ich den mobilen Router [...]

antworten

Tweets + News