Die WebStation WS171 ist seit kurzem auf dem deutschen Markt und soll mit Android, USB-Ports und einem Preis von 299 Euro eine Alternative zum iPad darstellen.
Verarbeitung & Hardware
Das Gehäuse ist komplett aus weißem Plastik. Die Verarbeitung ist insgesamt gut, jedoch sind z.B. die Tasten auf der linken Gehäuseseite für die Lautstärke zu klein und die Android-Buttons zu schwergängig. Die drei brauchen schon einigen Druck, das stört besonders, wenn man den Stylus nutzt. Der ewige Wechsel zwischen Stylus- und Fingerbedienung ist auf Dauer nervend.
Jetzt könnte man natürlich versuchen, das Display ohne Stylus zu bedienen. Der resistive Screen ist jedoch mit einer etwas härteren Scheibe abgedeckt, wodurch er letztendlich fast wie ein kapazitiver Screen daherkommt. Er reagiert aber nicht so sensibel wie eben ein kapazitiver, sondern sogar schwächer als z.B. der resistive des Nokia N900.
Das Display ist auch bei Sonnenschein nicht besonders gut lesbar. Auch mit höchster Helligkeitsstufe hat man unter freiem Himmel Schwierigkeiten. Im Schatten, aber natürlich auch innerhalb, ist das Display gut lesbar. Leider ist die Auflösung nicht entsprechend der Diagonale von 7 Zoll, somit sieht alles auf einem Handy ein bißchen schärfer aus. Nicht extrem, aber im direkten Vergleich sieht man den Unterschied.
Hält man das Tablet quer, sind an der rechten Seite der USB-Port Typ (A) für z.B. UMTS-Sticks – die WebStation hat leider keinen Slot für eine SIM-Karte. Daneben ist ein miniUSB-Port zum Synchronisieren und auch zum Laden des Akkus. Aufladen kann man den aber auch über das normale Netzteil samt eigenem Anschluss neben den USB-Ports. Der 3,5mm-Anschluss für das mitgelieferte Headset – VoIP ist mit Fring möglich. Dazwischen ist ein kleiner Resetbutton, an der Oberseite ist die Taste zum Ein-/Ausschalten und der Slot für die microSD(HC)-Karte. An der Unterkante ist schließlich der Stylus untergebracht.
Technische Daten
- Maße: 12 cm hoch, 20 cm breit, 1,45 cm flach
- Gewicht: etwa 390 Gramm
- Google Android 1.5
- Marvell PXA303 624MHz
- 128MB Mobile DDR
- 256MB NAND (system)
- Tastatur auf dem Touchscreen; eine externe Tastatur kann per USB angeschlossen werden
- 7-Zoll TFT-LCD, 16 Mio. Echtfarben
- Widerstandsfähiger Touchscreen aus gehärtetem Glas
- Auflösung von 800×480 Pixel
- G-Sensor, 54 Mbit WLAN, A-GPS
Betriebssystem & Software
Android soll dem Tablet zum Erfolg verhelfen. Und prinzipiell spräche nichts dagegen. Jedoch ist 1.5 alles andere als aktuell. Ein Update ist bereits in Arbeit, ein Zeitpunkt steht leider offiziell noch nicht fest. Aber auch mit einer höheren Version muss sich was an Oberfläche ändern.
Man kann die Icons nicht sortieren, neue Programme werden in einer Art horizontalen Scrollbar abgelegt. Mehrere individuelle Desktops wären sinnvoller.
Auch – und das ist spürbar von Nachteil – fehlt jede Google Software. Das Gmail-Icon ist nur eine Verknüpfung zum Internetdienst. Viel schlimmer ist jedoch das Fehlen des Google Market. Man kann zwar eine Apps (apk) über den APK-Installer hinzufügen, aber nicht alle Programme sind kompatibel. Mit Astro gesicherte apks vom HTC Hero (ebenfalls 1.5) konnten nicht immer installiert werden. Eine Logik, woran einzelne Programme scheitern, ist nicht ersichtlich.
Camangi bietet zwar einen eigenen AppStore an, der aber mit „nur“ ca 200 Titel den Google Market keinesfalls ersetzen kann. Auch weitere alternative Stores wie SlideMe oder AndStore haben gegen Google Market trotz teilweise bis zu 1000 Titel keine Chance. Zwar sind die meisten Apps in allen drei Stores kostenlos, aber es fehlt einfach enorm an Auswahl.
Für eBooks ist Aldiko vorinstalliert, mit dazu gibt es zwei Bücher. Man kann so ziemlich alles konfigurieren, um das Lesen für sich selbst angenehm zu machen. Schriftart, Schriftgröße, Farben, Abstände, Seitenränder usw. Weitere Bücher können heruntergeladen, aber auch importiert werden.
Gefallen haben mir zwei Dinge, die man jedoch nur einmal oder wenig nutzt. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, die Systemschrift in der Größe anpassen. Und in den Systemeinstellungen findet man nützliche Übersichten zum Ressourcenverbrauch und die Werte einiger Sensoren, wie z.B. der Temperatur des Akkus.
Internet
Mit eingebautem WLAN hat die WebStation schnellen Zugriff auf das Internet. Alternativ können auch UMTS-Sticks angeschlossen werden, aber nicht alle sind kompatibel. Der Huawei E5 wurde nicht erkannt, der Huawei E1500 dagegen schon.
Der Browser ist relativ schnell und stellt die Seiten meist orignalgetreu wie auf dem PC dar. Eine große Schwäche hat er jedoch. Flash bleibt außen vor. Flashanimationen werden wenn überhaupt nur statisch angezeigt. YouTube hat dagegen gar keine Chance. Es wird auf ein Adobe PlugIn verwiesen, dass jedoch für Android nicht zur Verfügung steht …
Echtes Internetfeeling kommt daher nicht auf. Zu viele Seiten setzen mittlerweile auf Flash, besonders die Netzwerke Facebook und VZ bei deren Apps und Spielen.
SMS, eMails & Instant Messaging
SMS kann man wenn überhaupt nur mittels einem UMTS-Stick senden/empfangen, für eMails gibt es einen Client. Das jedoch nicht unbedingt leichtgängige Display erschwert das schnelle Schreiben mit den Fingern.
Auch mit dem Stylus geht es nicht sehr schnell, obwohl die „Tasten“ der virtuellen QWERTZ sehr groß sind.
Es hakt hier wie gesagt am schwergängigen Display, dass nicht immer so reagiert, wie man es von Smartphones gewohnt ist.
Navigation
Die WebStation hat einen GPS-Chip, aber es gibt im Camangi-eigenen Store keine Navigationssoftware, vorinstalliert ist auch nichts. Auch mit fremden Apps wie MapDroid war keine GPS-Nutzung möglich. Selbst nach einer Stunde gab es keinen Satfix. Woran es lag kann ich nicht beurteilen. Es ist jedoch verdammt ärgerlich, dass keine GPS-Software vorinstalliert ist …
Fotos, Musik & Videos
Die Galerie sortiert die Fotos auf dem internen und externen Speicher recht schnell und Dank des großen Displays übersichtlich. Bei den Videos und der Musik mangelt es jedoch an genügend (stabilen) Codes. AVI-Container mit DivX werden mal abgespielt, beim nächsten Mal gibt es dann aber auch schon mal eine Fehlermeldung, dass die Datei nicht kompatibel sei …
Gleiches bei den Audiodaten. Eine nachträgliche Erweiterung ist nicht möglich, da der interne Store keine weiteren Audio-/Videocodes anbietet. Die Stereolautsprecher sind durchschnittlich, klingen ein wenig blechern. Über die Kopfhörer ist der Klang besser, aber umständlich. Für VoIP kann aber auch das in die WebStation eingebaute Mikrofon genutzt werden.
Akku
Der Akku verhilft der WebStation trotz 4.000 mAh nicht wirklich zu einem Dauerlauf. Nach spätestens sechs Stunden war das Netzteil nötig. Schade, da sollte mehr möglich sein. Zum Aufladen liegt ein 220V-Netzteil bei, aber auch der miniUSB-Port kann dafür genutzt werden. Damit dauert es jedoch über vier Stunden.
Fazit
Die WebStation WS171 bietet viele gute Ansätze, scheitert aber leider an wichtigen Details. Die Benutzeroberfläche wirkt nicht durchdacht wie beim iPad, ist zudem nicht individualisierbar, die Menge an Software ist „übersichtlich“ und teilweise umständlich zu installieren, für interne Hardware gibt es keine Anwendung (GPS) und es fehlen gute Treiber für die Medien.
Die WebStation braucht unbedingt ein Update. Und laut Informationen des Herstellers ist es auch schon in Arbeit. Ob Google dann integriert ist, wurde nicht beantwortet, wünschenswert ist es aber.















































Juli 7th, 2010 at 08:03
Test: Android Tablet, Camangi Webstation WS171 http://www.hardworkingbee.com/2010/07/07...
Juli 7th, 2010 at 22:08
RT @HardWorkingBee: Test: Android Tablet, Camangi Webstation WS171 http://www.hardworkingbee.com/2010/07/07...