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Hands On mit dem Motorola Backflip

Beitrag vom 21 Juni 2010 von Chris Lietze

The Phone House hat uns ein Motorola Backflip zur Verfügung gestellt.Beim Motorola Backflip wird man mehrfach überrascht. Es kann mehr, als die Optik verspricht – sowohl bei der Hardware, als auch bei der Software.

Das Backflip könnte, wenn man die Front betrachtet, fast ein kleines iPhone sein. Das 3,1 Zoll große Display ist von silber-mattem Plastik umgeben, nur wirken die Materialien – rein von der Optik – nicht sehr hochwertig. Klappt man das Display um, kommt die sonst rückseitige QWERTZ zum Vorschein. Die Tasten sind erstaunlich groß, haben einen guten Druckpunkt, sind jedoch nicht sehr gut abgesetzt. Blind schreiben ist anfangs schwer, aber nach gewisser Zeit möglich.

Auf der Front gibt es keine physischen Tasten. Wie schon beim Milestone gibt es Sensortasten und wie schon beim Milestone :( reagieren diese nicht immer so, wie man es will. Es kann schon mal passieren, dass man unbeabsichtigt eine Sensorfläche berührt, obwohl man eigentlich eine Eingabe oder Geste auf dem Display machen will. Spätestens hier sollte man das Touchpad nutzen, das auf der Displayrückseite angebracht ist. Anstatt mit einem Finger – Multitouch kann das Backflip wegen Android 1.5 nicht – das Display zu berühren, kann man auch mit Gesten auf dem Pad durch das System navigieren. Von einem Desktop zum anderen, Menü öffnen, App starten, scrollen, alles möglich. Es braucht zwar ein bißchen Übung, aber geht dann sehr intuitiv von der Hand.

Ansonsten gibt es noch die Taste für die Kamera, die man aber wirklich nur im Notfall nutzen sollte. Das Milestone hatte schon Probleme mit verfälschten Farben, das Backflip hat es leider auch. Dazu kommt, dass die 5 Megapixelkamera sehr lange zum Auslösen und Speichern braucht. In dem mir vorliegenden Testsample (kein Seriengerät!) hatte die Software leider nur einen Autofokus, aber keinen manuellen Fokus oder einen Makromodus. Die Kamera sitzt mitten in der Tastatur und ist damit im Alltag komplett ungeschützt.

Das Motorola Backflip ist kein Klopper wie HTC HD2, aber auch kein winziges Handy wie das X10 mini, sondern mit 108 mm mal 53 mm die gesunde Mischung dazwischen. Es ist zwar fast 16 mm dick, passt aber trotzdem gut in jede Hemd- oder Hosentasche. Es wiegt 133 Gramm, was wohl an den wenigen schweren Materialen liegt. Selbst die Akkuabdeckung ist aus Aluminium. Unter diesem sind SIM- und microSD(HC)-Karte schnell eingesetzt. Der Aludeckel erscheint wacklig, ist aber im Alltag nie ungewollt aufgegangen.

Die restliche Ausstattung ist Standard für ein heutiges Smartphone. HSDPA, A-GPS, immerhin 528 MHz und 256 MB RAM, eine Displayauflösung von 320 x 480 Pixel, Bluetooth, microUSB, ein 3,5mm-Klinkenstecker und 512 MB interner Speicher reißen in Kombination mit Android 1.5 nicht vom Hocker, aber erfüllen ihren Zweck ziemlich gut.

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Wann Motorola ein Update auf Android 2.x anbietet, ist ungewiss. Es würde dem Backflip aber definitiv helfen. Natürlich wegen der Leistung, aber auch was die Funktionen und die Optik angehen. Beim Backflip kommt die Oberfläche Motoblur zum Einsatz. Und auch hier gilt: sieht nicht besonders schön aus, aber kann ne ganze Menge.

Der Desktop mit all den Motoblur-Widgets wirkt unübersichtlich und optisch auch total langweilig. Facebook und Twitter sind jedoch wirklich gut integriert. Die Kontaktliste übernimmt automatisch die Profilbilder und –details aus Facebook und statt zig verschiedener Posteingänge gibt es einen sehr übersichtlichen universellen für alle Nachrichten. Von Nachteil ist, dass man zu einem Konto bei Motoblur gezwungen wird. Sinn soll u.a. sein, dass die Kommunikation extern gespeichert wird, um sie wiederherstellen zu können, wenn man z.B. sein Backflip verliert oder später ein anderes Motorola mit Motoblur nutzt. Nur ob man diese Funktion überhaupt nutzen möchte?

Bis auf die schwache Kamera macht das Backflip im Alltag viel Spaß. Durch QWERTZ und Touchpad sind Internet und eMails oder Chats sehr leicht.

Auch als Navi würde sich das Backflip bestimmt gut machen, die Positionsangaben sind erstaunlich genau und auch sehr schnell. Leider gibt es die kostenlose Google Navigation erst ab 1.6, schade.

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Richtig überrascht hat mich der gute Netzempfang. Während so ziemlich alle vergangenen Testgeräte bei mir zu Hause kaum GSM-Empfang hatten, war das beim Backflip nicht so. Auch die Gesprächsqualität ist besser als bei den anderen Geräten (u.a. Nokia N900, Sony Ericsson X10i, HTC Hero, Samsung i8910, Nokia E72, …). Hut ab, ganz ehrlich. Die Stimme des gegenüber und man selbst klingt sauber. Kein Rauschen, keine Verzerrungen, nix. Der Lautsprecher ist zudem angenehm laut, auch bei der Freisprechfunktion.

Viel telefonieren und surfen kosten natürlich Energie. Der 1400 mAh Akku hält ohne Probleme den ganzen Tag, sofern man nicht übertreibt. In meinem Fall heisst das ca 2:30 Stunden telefonieren, fast jede Stunde Facebook, eMails und SMS. Abends war der Akku trotzdem noch bei mindestens 30%.

Motorola hat mit dem Backflip ein wirklich gutes Handy mit einem neuen Bedienkonzept im Angebot. Nur schade, dass man das nicht sofort erkennen kann. Die billige Optik des Plastiks muss echt nicht sein und auch Motoblur gehört optisch überarbeitet, von Android 1.5 mal ganz zu schweigen. Vor über einem Jahr hätte man diese Version ja noch verzeihen können. Aber Motorola hat noch vor dem Backflip das Milestone mit 2.0 veröffentlicht … die Logik mit 1.5 auf dem Backflip muss man da nicht verstehen …

Seit April/Mai ist das Motorola Backflip verfügbar, der aktuelle Preis von knapp 400 Euro erscheint mir aber beim hausinternen Vergleich mit dem Milestone zu hoch. Das Milestone hat das größere Display, mehr Speicher, HSUPA und (minimum) Android 2.1 – zum gleichen Preis … Das bessere Bedienkonzept hat jedoch das Backflip.

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<>Kommentare (3) a

2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. HardWorkingBee Says:

    Hands On mit dem Motorola Backflip http://www.hardworkingbee.com/2010/06/21...

  2. primaklimas Says:

    RT @HardWorkingBee: Hands On mit dem Motorola Backflip http://www.hardworkingbee.com/2010/06/21...

1 Trackbacks für diesen Beitrag

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