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Test: Motorola Milestone

Beitrag vom 20 Mai 2010 von Chris Lietze

Lange mussten wir ungeduldig warten, doch nun ist es bei uns. The Phone House hat uns ein Motorola Milestone zur Verfügung gestellt. Und der Name ist Programm. Denn in Europa war Motorola nach dem Razr kaum noch publik.

Schon bei der Ankündigung des Milestone war der Jubel groß, denn Android 2.0 war von Hause aus dabei. Dazu noch eine neue Bauart – kein reines Touchscreenhandy, sondern noch zusätzlich eine komplette QWERTZ-Tastatur.

Kann eigentlich nichts schief gehen, oder?

Verarbeitung & Hardware

Der erste Eindruck ist jedoch zwiespältig. Auf der einen Seite hochwertige Materialien, Metall ohne Ende, das große 3,7-Zoll-Display, und die Vorfreude auf ein erwachsenes Android. Doch dem gegenüber stehen eine eher durchschnittliche Verarbeitung und ein Tastaturmechanismus, der wirklich gewöhnungsbedürftig ist.

Bei der Verarbeitung dachte ich erst an einen Zufall, aber auch andere Geräte hatten wackelnde Akkuabdeckungen und schlecht eingebaute Displays. Besonders im Dunkeln sieht man Licht aus Winkeln, die eigentlich nicht leuchten dürften. Die seitlichen Tasten für die Lautstärke sitzen so locker, dass man kaum einen Druckpunkt findet.

Und schließlich die Tastatur. Der Slider geht im Vergleich zum Nokia N900 richtig schwer. Mal eben so mit dem Daumen aufschieben ist hier echtes Fitnesstraining. Die Tasten heben sich nicht genug ab, als dass man blind schreiben könnte. Auch ist die Tastatur linkslastig angeordnet, da rechts das D-Pad sitzt, man muss sich erst daran gewöhnen.

Der Systemstart dauert trotz 600 MHz der ARM Cortex A8 CPU ein bißchen lange. Im Alltag ist der Prozessor in Verbindung mit den 256 MB RAM nur selten zu schwach. Die Apps starten relativ zügig, nur die Verarbeitung vieler Daten kostet Zeit.

Software & Android 2.1

Meine letzte Begegnung mit Android war 1.6 und keine wirkliche Freude. Im Milestone kommt jedoch Android 2.0 zum Einsatz, nach dem Update ist es dann Android 2.1. Als langjähriger Symbian- und jetzt Maemonutzer gerät man manchmal echt ins Schwärmen. Die Bedienung ist logisch, schnell und sehr übersichtlich.

Gleich zu Beginn sollte man nach Updates suchen und diese installieren. Denn mit dem Update von 2.0 auf 2.1 gibt es ein paar sehr schöne Änderungen, auch sichtbare. Da wären zum Beispiel die bis zu 9 Desktops, auf denen man nicht nur Verknüpfungen zu den installierten Programmen sowie Widgets hinterlegen kann, sondern auch komplette Verzeichnisse und einzelne Bildergalerien.

Selbst in den Einstellungen findet man viele hilfreiche Punkte, um zum Beispiel den Akku besser nutzen zu können oder dass man ein Muster zum Entsperren nutzen kann, statt eines Zahlencodes.

Aber einen kleinen Nachteil hat Android gegenüber Maemo. Die Desktops sind nicht „loopable“, soll heißen, kommt man ganz links bei Desktop #1 an, dann geht’s nach links nicht weiter. Man kann nur nach rechts auf den zweiten Desktop. Bei Maemo existiert diese ergonomische Sperre nicht. Auch kann man, zumindest standardmäßig beim Milestone, nur einen gemeinsamen Hintergrund festlegen. Ist im Alltag in keinster Weise von Nachteil, ist nur ein subjektiver Nachteil oder nennen wir es einfach mal Geschmack.

Sehr schön gelungen sind die Livewallpaper. Die sehr ruhigen Animationen wirken nie hektisch oder nervend, als dass sie stören würden.

Ungewohnt ist für mich immer noch die Tatsache, dass man nicht jedes Programm wirklich beenden kann. Vielmehr gibt es nur ein „Zurück“ oder direkt die „Home“-Taste. Viele Programme laufen dadurch im Hintergrund weiter, evtl auch ungewollt.

Kamera

Als das Milestone vorgestellt wurde, haben sich viele N900-Interessierte für Motorola entschieden. Viele Details sind ja auch ähnlich. Neben der Bauart, CPU & RAM auch die Kamera mit 5 Megapixel. Man merkt aber schnell, Zahlen sind das eine, die Umsetzung das andere. Das Milestone macht eher unscharfe Bilder, die Farben sind teilweise verfälscht, die automatische Anpassung bei Gegenlicht funktioniert nicht einwandfrei und das Speichern dauert schon mal bis zu 5 Sekunden. Das N900 kann das alles ein klein wenig besser, wie die Bilder und Videos belegen.

Alle Bilder und Videos, die ich mit dem Milestone gemacht habe, sind der Übersicht halber in einem seperaten Artikel.

Mit Android 2.1 wurde auch die Oberfläche der Kamerasoftware überarbeitet. Kein hässliches Grau mehr, auch sind die Einstellungen übersichtlicher und intuitiver.

Internet

Aber beim Internet ist das Milestone mit dem N900 auf einer Höhe. Der Browser ist mit UMTS schnell und zeigt die Seiten wie auf dem PC an, stellenweise wird ein wenig anpasst, was aber für den Nutzer nur von Vorteil ist.

Der Browser bietet keine echten, also sichtbaren Tabs, aber kann ohne weiteres mehrere Seiten öffnen und verwalten. Dazu gibt es ein paar nützliche Funktionen, wie z.B. einzelne Textpassagen markieren und kopieren.

Messaging

Texte sind sowieso die Stärke des Milestone. Die QWERTZ ist gewöhnungsbedürftig, aber die Tasten sind groß genug, so dass es schließlich kein Problem ist, auch längere eMails zu verfassen – SMS natürlich auch.

Wahlweise kann man auch die Softwaretastatur nutzen, die trotz menschlicher Rechtschreibfehler viele Wörter erkennt und vorschlägt, noch bevor man zu Ende getippt hat. Kurz angetippt, fertig. Das N900 bietet etwas ähnliches, jedoch steigt es bei Rechtschreibfehlern aus. Vorteil Android …

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Navigation

Ab Android 2.1 bietet das Milestone neben Google Maps eine eigene Navigationssoftware, genannt Motonav. Beide sind hervorragend integriert, wie zum Beispiel bei den Kontakten.

Beim vorliegenden Gerät gab es jedoch kein Kartenmaterial, somit konnte es nicht getestet werden. Die meisten Nutzer berichten jedoch nur Gutes darüber.

Bleibt also nur Google Maps, das ist aber wie immer sehr schnell und auch die GPS-genaue Positionsermittlung passt. Jedoch erfordert es eine ständige Datenverbindung, um sich das jeweilige Kartenmaterial herunterladen zu können.

Organizer

Dass bei Android ein eMail-Konto bei google von Vorteil ist, sollte bekannt sein. Es wird einem auch sehr schmackhaft gemacht. Die Nutzung im Market, aber vor allem die Synchronisierung der Kontakte, der Termine und natürlich die Zustellung der eMails selbst funktionieren mit Google einwandfrei und ist zudem innerhalb von Sekunden eingerichtet.

Natürlich kann man auch jeden anderen eMail-Anbieter nutzen.

Der Kalender selbst ist an sich schon sehr übersichtlich. Das große Display des Milestone ist da ein weiterer Vorteil. Dazu gibt es noch Widgets, die auf den Desktops über alles anstehende informieren.

Market

Generell bietet sich eine Internetflatrate, ein Datentarif oder zumindest ein WLAN-Zugang bei Android an. Denn neben der integrierten Software, die u.a. eine vollständige und stetige Synchronisierung des Google-Kontos (eMails, Kontakte, Termine, etc) ermöglicht gibt es noch den Market.

Was Nokia sich mit Ovi wünscht, Apple und Google machen es vor. Ein App-Store, der schnell und übersichtlich ist. Und das nicht nur bei 100 Apps, sondern bei zehntausenden. Es macht sehr viel Spaß im Market zu stöbern, und gleich zu Beginn erwoscht man sich, wie man ruck zuck mal eben 40 Apps installiert. Innerhalb von Minuten.

Player

Im Market findet auch Musikplayer und man sollte sich einen installieren, denn der vorhandene ist keine Wohltat. Es gibt keine Presets für den Klang und auch keine Equalizer. Auch ist die Optik ist ein wenig langweilig. Aber erfüllt seinen Zweck. Genauso wie das beiliegende Headset für den 3,5mm-Anschluss. Kein Klangwunder, aber ordentlich. Was fehlt ist ein Radio, warum das heutzutage fehlt, ist schon seltsam.

Telefon

Wie immer zum Schluss – die Telefonfunktion … Und auch hier freut man sich über Android 2.x, denn Google hat die schrecklich kleine Telefontastatur von 1.5/1.6 kräftig überarbeitet. Die Tasten sind nun groß genug, das Telefonbuch übersichtlich und man kann sogar eine Favoritenliste anlegen. Ist bei einem Kontakt eine Adresse hinterlegt, kann man sich dank perfekter Integration auch gleich dorthin navigieren lassen.

Was jedoch im Alltag ein wenig stört, ist das Entsperren des Displays zum Telefonieren. Da wäre eine seitliche Taste wie beim N900 von Vorteil, denn die an der Oberseite angebrachte Taste ist alles andere als ergonomisch.

Akku

Doch was bringen all diese Funktionen und Ideen, wenn der Akku nicht durchhält? Bedingt durch das große Display hat das Milestone einen hohen Energiebedarf. Mit 1400 mAh kommt man da nur mit mäßiger Nutzung über den Tag. Wer viel im Netz surft oder wie ich viel chattet, der wird sich über den microUSB-Anschluss freuen, womit man zumindest an jedem PC mal zwischendurch den Akku laden kann. Beschränkt man sich aufs Telefonieren, schafft man ohne weiteres vier Stunden (UMTS), aber dann wird’s schon knapp.

Fazit

Jedes Handy, dass ich teste, muss sich letztendlich mit meinem Nokia N900 und Maemo 5 messen. Das Motorola Milestone schafft das trotz so einiger Schwächen recht gut.

Rein subjektiv von Nachteil sind die Verarbeitung, der schwergängige Slider und die Kamera. Keiner der Punkte ist schwerwiegend, aber kann im Alltag doch schon mal nerven.

Dem positiv gegenüber stehen natürlich Android 2.1, das sehr gute und auch bei Sonnenlicht lesbare Display, die QWERTZ-Tastatur und dadurch bedingt auch der Formfaktor. Es gibt einfach kaum Konkurrenz zum Milestone. Motorola hat mit dem Milestone wieder ein Highlight im Programm.  Dazu ist der Preis von 399 Euro fast schon ein Schnäppchen. Absolut empfehlenswert!

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<>Kommentare (3) a

2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. HardWorkingBee Says:

    Test: Motorola Milestone http://www.hardworkingbee.com/2010/05/20...

  2. primaklimas Says:

    RT @HardWorkingBee: Test: Motorola Milestone http://www.hardworkingbee.com/2010/05/20...

1 Trackbacks für diesen Beitrag

  1. Neue XING Android-Applikation vorab und kostenlos für Motorola Milestone erhältlich - The Phone House Blog Sagte:

    [...] umfassenden Bericht vom Motorola Milestone finden Sie auch auf der Seite unseres Testers [...]

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